Methoden der Traumatherapie bei MeynFeinsinn


Traumatherapie ist mehr als nur ein Gespräch. Viele belastende oder traumatische Erfahrungen sind nicht nur als Erinnerung gespeichert, sondern auch im Nervensystem, im Körper und in inneren Anteilen. Deshalb reicht es oft nicht aus, ausschließlich über Erlebtes zu sprechen.

Manchmal beginnt Veränderung nicht im Verstehen- 
sondern in einem ersten Moment von spürbarer Sicherheit


In meiner Arbeit verbinde ich systemische Traumatherapie mit körperorientierten und nervensystemregulierenden Methoden. Sie können dabei unterstützen, innere Stabilität zu stärken, emotionale Überforderung zu regulieren und belastende Erfahrungen Schritt für Schritt zu integrieren.

Je nach Anliegen, Tempo und persönlicher Situation kombiniere ich unterschiedliche therapeutische Zugänge. Dabei orientiert sich der Prozess immer an Ihren Ressourcen, Ihrem Nervensystem und dem, was in diesem Moment möglich und hilfreich ist.

Alle Methoden dienen letztlich demselben Ziel: einen sicheren Raum zu schaffen, in dem Ihr Nervensystem, Ihr Körper und Ihre inneren Anteile neue Erfahrungen von Stabilität, Selbstkontakt und Integration machen können. 



Potentialorientierte Traumatherapie  

Die potentialorientierte Traumatherapie nach Anke Nottelmann ist ein integrativer, systemisch geprägter Ansatz der Traumatherapie.
Im Mittelpunkt stehen nicht nur belastende Erfahrungen, sondern vor allem die Ressourcen, Schutzmechanismen und Entwicklungspotentiale des Menschen. 

Traumareaktionen werden dabei als sinnvolle Überlebensstrategien des Nervensystems verstanden. Durch stabilisierende, körperorientierte und ressourcenaktivierende Methoden- etwa die Arbeit mit inneren Anteilen, traumaspezifischen Klopfinterventionen oder achtsamer Körperwahrnehmung- kann das Nervensystem Schritt für Schritt mehr Selbsregulation, Sicherheit und Integration entwickeln.

Traumaspezifische Klopfinterventionen

(basierend auf PEP® nach Michael Bohne und der traumaspezifischen Weiterentwicklung von Anke Nottelmann)

Traumaspezifische Klopfinterventionen sind eine körperorientierte Ergänzung zur psychotherapeutischen Arbeit.

Durch das rhythmische Klopfen bestimmter Akkupressurpunkte am Körper wird das Nervensystem dabei unterstützt, starke Stressreaktionen zu regulieren. Gleichzeitig können belastende Erinnerungen, innere Anspannung, Angst, Übererregung oder negative Glaubenssätze behutsam bearbeitet werden.

Die Methode verbindet körperliche Selbstregulation mit achtsamer therapeutischer Begleitung und lässt sich gut in traumatherapeutische Prozesse integrieren.

Ego-State-Therapie 


Traumatische Erfahrungen sind häufig in unterschiedlichen inneren Anteilen organisiert. In der Ego-State-Therapie werden diese Anteile als sinnvolle Überlebensstrategien des Nervensystems verstanden.
Jeder Anteil hat einmal eine wichtige Funktion erfüllt- etwa zu schützen, Gefühle zu regulieren oder schwierige Erfahrungen zu überstehen.

In der Verbindung von Ego-State-Therapie und potentialorientierter Haltung werden alle Anteile gesehen und in ihrer Funktion gewürdigt. 

Durch einen achtsamen Kontakt zu diesen inneren Anteilen kann oft mehr Verständnis, Selbstmitgefühl und innere Zusammenarbeit entstehen. Ihr Nervensystem kann sich schrittweise regulieren- und belastende Erfahrungen können behutsam integriert werden.

Traumasensitives Yoga (TSY®) 

Ich wende TSY® sowohl als Element der Einzeltherapie bei der Behandlung von Traumafolgen an, als auch als Gruppenangebot. 

TSY® dient der Stabilisierung, Affekt- und Selbstregulation und hilft Ihnen, wieder Sicherheit und Kontrolle zu erlangen.


Traumasensitives Yoga (TSY®) ist eine sanfte therapeutische Methode der körperorientierten Traumatherapie, die Haltungen (Asanas) und Atemkontrolle (Pranayama) aus dem Yoga nutzt. 

Das achtsame Wahrnehmen körperlicher Empfindungen unterstützt Sie dabei, emotionale und körperliche Reaktionen beobachten zu können, ohne von Ihnen überschwemmt und überwältigt zu werden.

TSY® bietet sich auch dann an, wenn Sie Dissoziationen kennen und einen hilfreichen Umgang damit lernen möchten. Dissoziationen sind eine Überlebensstrategie, um sich vom Hier und Jetzt abspalten zu können.

TSY funktioniert, weil wir über den Körper Gefühle, Empfindungen und Gedanken verändern können.

TSY kann eine wichtige Grundlage für Stabilisierung, Emotionsegulation und Traumaintegration sein.

Im Mittelpunkt stehen: 

  • Atem und Wahlmöglichkeiten
  • achtsame Körperwahrnehmung
  • Regulation des Nervensystems
  • Stärkung von Selbstwirksamkeit



EMDR 

(Eye Movement Desensitization and Reprocessing)

EMDR ist eine wissenschaftlich gut untersuchte Methode zur Verarbeitung belastender und traumatischer Erinnerungen. 

Sie wurde ursprünglich von Francine Shapiro entwickelt.

Durch bilaterale Stimulation - etwa geführte Augenbewegungen oder abwechselnde taktile Impulse- kann das Gehirn traumatische Erfahrungen neu verarbeiten und integrieren.

Traumatische Erfahrungen bleiben häufig im Nervensystem so gespeichert, als würden sie noch immer in der Gegenwart stattfinden. EMDR kann dabei unterstützen, dass solche Erinnerungen ihren überwältigenden Charakter verlieren und Schritt für Schritt als Teil der eigenen Lebensgeschichte integriert werden können.

In meiner Arbeit wird EMDR eingebettet in Stabilisierung und Ressourcenarbeit. Erst wenn ausreichend Sicherheit vorhanden ist, kann die Verarbeitung belastender Erfahrungen sinnvoll und hilfreich sein.

Mit Feinsinn arbeiten

Traumatische Erfahrungen hinterlassen oft Spuren im Nervensystem, im Körper und im inneren Erleben. Viele dieser Reaktionen sind verständliche Schutz- und Überlebensstrategien unseres Systems.

In der traumatherapeutischen Arbeit geht es daher nicht darum, etwas "wegzumachen", sondern mit Feinsinn zu verstehen, was sich im Inneren zeigt und welche Funktion es einmal hatte.

Mache Anteile brauchen zunächst Stabilität und Sicherheit.
Andere möchten vielleicht gesehen, verstanden oder entlastet werden. Wieder andere tragen bereits Ressourcen, Kraft und Lebendigkeit in sich.

Traumatherapie kann ein Prozess sein, in dem Ihr inneres System Schritt für Schritt neue Erfahrungen machen darf: mehr Selbstkontakt, mehr Regulation, mehr innere Zusammenarbeit.

Die verschiedenen Methoden meiner Arbeit unterstützen diesen Prozess - immer in Ihrem Tempo und mit Aufmerksamkeit für das was Ihr Nervensystem gerade braucht.